Wodurch werden 75% aller Hundeprobleme verursacht
[translated by Marion Meyerolbersleben]
Wenn man Menschen fragt, was der Hauptgrund für die Schwierigkeiten mit Hunden ist, vermuten die meisten, dass es am mangelnden Training, einem „Dominanzproblem“ oder mangelhafter Sozialisation liegen könnte. Manche sehen die Ursache sogar in der genetischen Ausstattung oder dem Temperament des Hundes. Natürlich kann all das Verhaltensprobleme beim Hund verursachen, die meisten Verhaltensprobleme werden jedoch zumindest teilweise durch eines verursacht – zu wenig Bewegung!
Wie viel Bewegung braucht dein Hund?
Das hängt vom Alter, der Rasse und dem Individuum ab. Welpen sollten nicht mehr als 20 Minuten auf einmal laufen, können jedoch ziemlich häufig nach einer Pause wieder durchstarten. Die meisten Welpen spielen gerne, was sie unabhängig von dir müde macht. Pass auf, dass du nicht zu viel mit dem Welpen spazieren gehst, da seine Knochen erst auswachsen müssen, um lange Strecken laufen zu können. Sprich mit deinem Tierarzt, aber 20 Minuten spazieren gehen an einem Stück ist meistens genug.
Der Bedarf an Bewegung ist bei verschiedenen Rassen verschieden stark ausgeprägt. So müssen Arbeits- und Hütehunde typischerweise sehr viel laufen. Nehmen wir den Deutschen Schäferhund als Beispiel. Der Deutsche Schäferhund stammt von Hütehunden ab, die gezüchtet wurden, damit sie quasi einen „lebendigen Zaun“ um eine Herde bilden. 24 Stunden mussten sie im Einsatz sein und die Herde auch nachts vor Raubtieren und Dieben beschützen.
Andere Rassen, von denen man denken könnte, dass sie viel laufen müssen, müssen es nicht. Ein Greyhound zum Beispiel braucht tatsächlich sehr wenig Bewegung, obwohl er es für kurze Zeitspannen sehr liebt.
Andere Rassen wurden für den Jagdgebrauch gezüchtet. Rassen wie Beagles und Retriever können sehr hart arbeiten, können dies aber nicht jeden Tag. Sie sind eher flexibel mit dem Training, so lange sie fit gehalten werden und ihre Energie regelmäßig nutzen können.
Individuen einer Rasse haben ein mehr oder weniger großes Bedürfnis nach Bewegung als die anderen der Rasse. Manchmal fällt der Unterschied extrem aus. Ich habe allerdings noch nie einen Border Collie getroffen, der nicht sehr viel Bewegung braucht! Gut, bis sie schließlich alt werden. Alte Hunde brauchen grundsätzlich weniger Bewegung.
Fast jeder erwachsene Hund braucht mindestens 30 Minuten Laufen am Tag. Wenn du das deinem Hund aus physischen Gründen nicht bieten kannst, solltest du dir alternative Formen des Trainings überlegen. Zerrspiele, Frisbee oder Schwimmen bieten ausgezeichnete Alternativen. Manche Hundevereine bieten Agilitygruppen an, die ein sehr guter Weg sind, um dem Hund Training und Übung zu bieten – und dies unabhängig von Rasse und Alter.
Manche Hunde-Individuen brauchen sehr viel Übung. Typischerweise kommen zu Trainern oder Hundevereinen Menschen mit Hunden, die aus dem Zaun rennen, den ganzen Tag bellen, im Garten graben, an der Leine ziehen, ständig Menschen anspringen oder nicht kommen, wenn sie gerufen werden. Gewöhnlich treten die Probleme in Kombinationen auf!
Diese Hunde brauchen fast immer mehr Bewegung als sie bekommen.
Zusätzlich zur Bewegung ist auf ein Training nicht zu verzichten. 5 Minuten Training entsprechen ungefähr 15 Minuten Bewegung. „Brain work“ ermüdet einen Hund ziemlich schnell. Kombiniere die Bewegung mit dem Training und du hast eine erfolgreiche Kombination. Sportarten wie Agility, Tracking, Schutzhundarbeit oder Flyball sind alle ideale Möglichkeiten, wo der Hund seine grenzenlosen Energien einsetzen kann.
Kann man einen Hund zu viel bewegen? Ja. Man kann einen Hund bis zur Erschöpfung bewegen. Wenn du extrem fit bist oder dein Hund extrem unsportlich ist, kannst du durch zu viel Arbeit mit deinem Hund Verletzungen, Hitze-Stress und sogar inneren Organschaden herbeiführen. Wenn dein Hund keine Kondition hat, solltest du mit einem Tierarzt sprechen und ein spezielles Übungsprogramm mit deinem Hund aufstellen lassen. Fange vorsichtig an, steigere den Anspruch Woche für Woche und gib deinem Hund Zeit, sich daran zu gewöhnen. Arbeite bei heißem Wetter weniger, gib viel Wasser und verschaffe dem Hund Gelegenheiten sich zu erholen.
Achte immer darauf, ob dein Hund irgendwelche physischen Einschränkungen hat. Krankheiten wie Hüftgelenk Dysplasie sind in frühen Entwicklungsstadien oft nicht leicht zu erkennen.
Manche Hunde sind sehr geschickt darin, Schmerzen zu verstecken, wenn sie denken, dass diese den Spaß stoppen könnten. Wenn du den Verdacht hast, dass der Hund Schmerzen hat, beende möglichst alle Bewegung und suche sofort einen Tierarzt auf. Eine frühe Behandlung kann dem Hund Wochen unnötiger Quälerei und dir Hunderte von Euros für Tierarztkosten ersparen.
- Login or register to post comments
- Printer friendly version
Positive Petzine
Recent comments
3 days 13 hours ago
6 days 9 hours ago
6 days 13 hours ago
1 week 3 days ago
1 week 3 days ago
2 weeks 2 days ago
2 weeks 3 days ago
2 weeks 3 days ago
2 weeks 4 days ago
2 weeks 4 days ago